Viele Deutsche erhalten Post von der Riverty Services GmbH und fragen sich: Wer ist das überhaupt? Wir erklären, wem das Unternehmen gehört, wie das Geschäftsmodell funktioniert und was hinter Mahnungen von Riverty steckt.
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Plötzlich liegt ein Brief im Briefkasten oder eine E-Mail im Postfach, Absender: Riverty Services GmbH. Für viele Verbraucher ist das erst einmal verwirrend. Der Name klingt unbekannt, die Forderung aber klingt ernst. Was steckt hinter diesem Unternehmen, wem gehört es eigentlich und wie funktioniert das Geschäftsmodell? Dieser Artikel gibt einen sachlichen Überblick.
Riverty ist ein Finanzdienstleister mit Sitz in Baden-Baden und Verl und gehört vollständig zum Bertelsmann-Konzern. Konkret ist die Riverty Group GmbH eine Tochter der Reinhard Mohn GmbH, die wiederum zur Bertelsmann SE und Co. KG gehört. Der Konzern, der vor allem für RTL, Penguin Random House und die Arvato-Gruppe bekannt ist, betreibt mit Riverty also auch einen der größten Zahlungsdienstleister im deutschsprachigen Raum.
Der Name Riverty existiert erst seit 2022. Davor firmierte das Unternehmen als Arvato Financial Solutions, einem Teil der Arvato-Gruppe. Mit der Umbenennung verschwanden auch alle früheren Untermarken wie AfterPay, Paigo und Aqount. Das bedeutet: Wer früher Post von Paigo oder Arvato Financial Solutions erhalten hat, hat heute mit Riverty zu tun. Das Aktenzeichen und alle laufenden Vereinbarungen blieben dabei unverändert.
Die Wurzeln reichen bis in die 1960er Jahre zurück, als innerhalb von Bertelsmann erste Finanzdienstleistungen für Buchverlage entstanden. Im Jahr 1999 wurde die BFS Finance GmbH gegründet, die sich auf Factoring und Forderungsmanagement für Unternehmen spezialisierte. In den folgenden Jahren wuchs das Angebot stetig: Betrugsprävention, Kreditvermittlung, Buchhaltungslösungen und schließlich auch das sogenannte Buy Now Pay Later kamen dazu.
Unter dem Dach von Arvato Financial Solutions wurde das Unternehmen zu einem der größten Finanzdienstleister in Europa. 2022 folgte der Schnitt: alle Aktivitäten wurden unter der neuen Marke Riverty gebündelt. Seit Juni 2024 leitet Andreas Barth das Unternehmen als CEO, nachdem er zuvor jahrelang das Technologiegeschäft der Arvato-Gruppe geführt hatte.
Riverty arbeitet in zwei großen Bereichen. Auf der einen Seite bietet das Unternehmen Händlern und Online-Shops Zahlungslösungen an. Dazu gehört vor allem der Buy Now Pay Later Service, der es Verbrauchern ermöglicht, Waren zu bestellen und die Rechnung erst nach Erhalt der Ware zu begleichen, typischerweise innerhalb von 14 bis 30 Tagen. Dieses Modell kennen viele vom Einkauf bei Amazon, Zalando oder anderen großen Online-Händlern, auch wenn Riverty dort nicht als eigene Marke sichtbar ist.
Auf der anderen Seite übernimmt Riverty das Forderungsmanagement, also das Eintreiben von offenen Rechnungen, wenn Verbraucher nicht pünktlich zahlen. Das ist der Bereich, den die meisten Menschen aus eigener Erfahrung kennen. Hier tritt Riverty entweder als Dienstleister im Auftrag des Händlers auf oder kauft Forderungen direkt auf und zieht sie dann im eigenen Namen ein, ein Modell das als Factoring bezeichnet wird.
Nach eigenen Angaben wickelt Riverty monatlich über 80 Millionen Transaktionen für mehr als 20.000 Händler in elf Ländern ab. Der Jahresumsatz liegt laut Börsenzeitungs-Angaben bei rund 800 Millionen Euro, mit zweistelligem Wachstum. Das macht Riverty zu einem der bedeutendsten Fintech-Unternehmen im deutschsprachigen Raum.
Riverty tritt nicht als Marke gegenüber Endverbrauchern auf, sondern im Hintergrund für andere Unternehmen. Zu den Auftraggebern gehören große Online-Händler wie Amazon, Telekommunikationsanbieter wie O2 sowie Modehändler wie Zalando oder Esprit. Wenn ein Verbraucher bei einem dieser Unternehmen auf Rechnung kauft und nicht zahlt, kann Riverty damit beauftragt werden, die offene Forderung einzutreiben.
Das erklärt, warum viele Verbraucher überrascht sind, wenn plötzlich Post von Riverty kommt, obwohl sie nie direkt einen Vertrag mit diesem Unternehmen abgeschlossen haben. Die Rechtsgrundlage für das Inkassounternehmen ist entweder eine Forderungsabtretung oder ein Inkassoauftrag des ursprünglichen Gläubigers.
Der erste und wichtigste Schritt ist: ruhig bleiben und prüfen. Riverty ist ein seriöses, registriertes Inkassounternehmen nach Paragraph 10 des Rechtsdienstleistungsgesetzes. Eine Mahnung von Riverty ist kein automatischer Betrugsversuch, auch wenn der Name neu oder unbekannt wirkt.
Allerdings kursieren auch gefälschte Schreiben im Namen von Riverty. Der Unterschied: Echte Schreiben enthalten immer den konkreten Auftraggeber, eine nachvollziehbare Forderungsnummer und eine offizielle Adresse in Verl oder Baden-Baden. Wer unsicher ist, sollte direkt auf der offiziellen Website riverty.com nachfragen oder die dort angegebene Telefonnummer nutzen, anstatt auf Links in E-Mails zu klicken.
Ist die Forderung berechtigt, sollte man innerhalb der gesetzten Frist zahlen oder eine Ratenzahlung vereinbaren. Riverty bietet dafür ein eigenes Kundenportal an. Ist die Forderung unberechtigt, etwa weil die Ware nie ankam, die Zahlung bereits geleistet wurde oder ein Identitätsdiebstahl vorliegt, sollte man schriftlich widersprechen und gegebenenfalls Nachweise beifügen. In solchen Fällen ist auch eine rechtliche Beratung sinnvoll.
Verbraucher berichten auf Plattformen wie Gutefrage oder in O2-Foren immer wieder von Problemen: falsch zugeordnete Zahlungen, fehlende Rechnungen vor der ersten Mahnung oder lange Reaktionszeiten bei Rückfragen. Das sind Kritikpunkte, die das Unternehmen kennt und die im Kontext eines Massengläubigers mit Millionen von Transaktionen erklärbar, aber für Betroffene trotzdem belastend sind.
Intern positioniert sich Riverty nicht als klassisches Inkassounternehmen, sondern als menschenzentriertes Fintech. Das zeigt sich auch im Markennamen Back in Flow, unter dem die Inkassodienstleistungen vermarktet werden. Die Idee dahinter: Schuldner sollen nicht unter Druck gesetzt, sondern dabei unterstützt werden, wieder in einen geregelten Zahlungsfluss zu kommen.
CEO Andreas Barth hat angekündigt, das Unternehmen mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz weiterzuentwickeln, unter anderem im Risikomanagement und im Kundendienst. Auch eine europäische Expansion durch gezielte Zukäufe steht auf der Agenda. Mit Bertelsmann als finanzstarkem Eigentümer im Rücken hat Riverty dafür eine solide Basis.
Wer mehr über die Eigentümerstrukturen großer Unternehmen in Deutschland erfahren möchte, findet auf firmenbild.com auch Artikel darüber, wem OpenAI gehört sowie eine Übersicht über die Top 10 Unternehmen Deutschlands, die den wirtschaftlichen Kontext solcher Konzernstrukturen verdeutlicht.
Riverty Services GmbH ist kein obskures Inkassounternehmen, sondern ein vollständig in den Bertelsmann-Konzern integrierter Finanzdienstleister mit langer Geschichte und erheblichem Marktgewicht. Wer Post von Riverty erhält, sollte die Forderung sorgfältig prüfen, bei berechtigten Forderungen handeln und bei unberechtigten Forderungen sachlich widersprechen. Das Unternehmen ist seriös und reguliert, auch wenn die Kommunikation mit Verbrauchern in der Praxis nicht immer reibungslos verläuft.
Bildquelle: Scott Graham / Unsplash
FirmenBILD Redaktion
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