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Walter Haas Bestattungen: Eine Stuttgarter Familiengeschichte mit besonderer Abschiedskultur

  • Ratgeber
  • Vor 35 Minuten veröffentlicht

Die Wurzeln von Walter Haas Bestattungen liegen im Schreinerhandwerk. Was einst als Tischlerei begann, entwickelte sich über mehrere Generationen zu einem traditionsreichen Bestattungsunternehmen in Stuttgart. Bis heute ist der Betrieb in Familienhand geblieben. Eine Besonderheit ist die eigene Hauskapelle in Bad Cannstatt, die bereits seit 1996 für Trauerfeiern genutzt wird. Sie steht beispielhaft für ein Verständnis von Bestattungskultur, bei dem persönliche Wünsche ebenso ihren Platz haben wie gewachsene Traditionen.

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Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in der König-Karl-Straße 15 in Stuttgart-Bad Cannstatt. Weitere Standorte befinden sich in Mühlhausen, Untertürkheim und Wangen. Angehörige finden bei Walter Haas Bestattungen Unterstützung bei Bestattungen in Stuttgart, angefangen bei den ersten organisatorischen Fragen bis zur Gestaltung der Trauerfeier. Dabei geht es dem Familienbetrieb nach eigener Darstellung vor allem darum, den Hinterbliebenen Zeit für den Abschied zu lassen.

Vom Schreinerbetrieb zum etablierten Bestattungshaus

Die Unternehmensgeschichte reicht bis zu Georg Haas zurück, der den ursprünglichen Handwerksbetrieb gründete. Sein Sohn Walter, ebenfalls Schreinermeister, übernahm die Tischlerei 1945 und baute sie zu einem der ersten Bestattungsunternehmen Stuttgarts aus. Damit vollzog sich ein Wandel, der für die damalige Branche durchaus typisch war: Aus der handwerklichen Herstellung von Särgen entwickelte sich eine umfassendere Betreuung rund um den Todesfall.

Walter Haas beschäftigte sich intensiv mit der fachlichen Weiterentwicklung des Bestattungswesens. 1963 legte er die Bestatterfachprüfung vor dem zuständigen Prüfungsausschuss in Düsseldorf ab. Sechs Jahre später wurde er zum Vorsitzenden des Landesfachverbandes Bestattungsgewerbe Baden-Württemberg gewählt. In dieser Funktion setzte er sich über viele Jahre für die Interessen des Berufsstandes ein und wirkte an der Weiterentwicklung der regionalen Bestattungskultur mit.

Nach seinem Tod im Jahr 1982 übernahm sein Sohn Dieter Haas die Leitung. Als Kaufmann und fachgeprüfter Bestatter führte er das Unternehmen weiter. Ein bedeutender Schritt folgte 1996 mit der Modernisierung des Haupthauses und der Eröffnung der privaten Feierhalle „Abschied“.

Die lange Familiengeschichte spielt für den Betrieb bis heute eine wichtige Rolle. Das zeigt sich unter anderem in der Zusammenarbeit mit örtlichen Handwerksunternehmen. Für Floristik, Steinmetzarbeiten und Särge setzt Walter Haas nach eigenen Angaben ausschließlich auf Anbieter aus der Region.

Persönliche Abschiede brauchen Raum für eigene Entscheidungen

Eine Trauerfeier folgt häufig vertrauten Abläufen. Dennoch unterscheiden sich die Vorstellungen darüber, wie ein angemessener Abschied aussehen soll, erheblich. Manche Familien wünschen sich eine kirchliche Zeremonie mit traditionellen Ritualen. Andere möchten Erinnerungen an den Verstorbenen stärker in den Mittelpunkt rücken, persönliche Musik auswählen oder auf religiöse Elemente verzichten.

Bei Walter Haas Bestattungen können solche Wünsche in die Planung einfließen. Das Unternehmen organisiert Trauerfeiern sowohl in Kirchen als auch auf Friedhöfen und in der eigenen Hauskapelle „Abschied“. Letztere befindet sich am Hauptstandort in Bad Cannstatt und bietet eine zusätzliche Möglichkeit für die Gestaltung einer persönlichen Zeremonie.

Gerade diese räumliche Unabhängigkeit ist eine Besonderheit des Hauses. Mit der Eröffnung der Feierhalle 1996 entstand nach Angaben des Unternehmens die erste private Einrichtung dieser Art in Stuttgart. Angehörige erhielten damit eine Alternative zu den üblichen kirchlichen und kommunalen Räumlichkeiten.

Bei der Gestaltung können verschiedene Details eine Rolle spielen: Welche Musik erinnert an den Verstorbenen? Soll ein Geistlicher oder ein freier Trauerredner sprechen? Gibt es bestimmte Rituale, die der Familie wichtig sind? Die Antworten darauf lassen sich kaum in ein festes Konzept pressen. Walter Haas versteht seine Aufgabe deshalb auch darin, vorhandene Traditionen mit individuellen Vorstellungen zu verbinden.

Zum Angebot gehört außerdem die Vermittlung weiterer Leistungen, etwa von Trauerfloristik und musikalischer Begleitung. Die Abstimmung mit den beteiligten Dienstleistern übernimmt das Bestattungshaus auf Wunsch.

Was Angehörige im Trauerfall tatsächlich entlastet

Eine Bestattung erfordert zahlreiche Entscheidungen, von denen viele innerhalb kurzer Zeit getroffen werden müssen. Besonders anspruchsvoll ist häufig die Koordination zwischen verschiedenen Stellen. Ärztliche Bescheinigungen müssen vorliegen, der Sterbefall ist beim Standesamt anzumelden und Termine mit Friedhofsverwaltung oder Krematorium müssen abgestimmt werden.

Walter Haas Bestattungen übernimmt diese organisatorischen Aufgaben und kümmert sich unter anderem um erforderliche Dokumente, Genehmigungen und Behördengänge. Hinzu kommen die Überführung sowie die hygienische Versorgung und Aufbahrung des Verstorbenen. Für dringende Todesfälle besteht ein Bereitschaftsdienst, der an allen Tagen des Jahres rund um die Uhr erreichbar ist.

Das Unternehmen bietet Erd- und Feuerbestattungen sowie verschiedene Formen der Naturbestattung an. Dazu zählen beispielsweise Baum-, Wiesen- und Waldbestattungen. Auch Seebestattungen können über entsprechende Partner organisiert werden.

Welche Bestattungsart infrage kommt, hängt von den Wünschen des Verstorbenen, den Vorstellungen der Angehörigen und den jeweiligen rechtlichen Möglichkeiten ab. Die Entscheidung beeinflusst zugleich den weiteren Ablauf und die entstehenden Kosten.

Gerade bei Letzteren lohnt sich eine genaue Betrachtung. Neben den Leistungen des Bestatters fallen häufig Ausgaben für Friedhof, Krematorium oder andere Dienstleister an. Walter Haas weist darauf hin, dass sich Bestattungskosten deshalb nicht sinnvoll pauschal beziffern lassen. Für Angehörige ist entscheidend, die einzelnen Kostenpositionen nachvollziehen zu können und vor einer Beauftragung Klarheit über den finanziellen Rahmen zu erhalten.

Bestattungsvorsorge als Teil der persönlichen Lebensplanung

Die Beschäftigung mit der eigenen Bestattung fällt vielen Menschen schwer. Gleichzeitig kann eine frühzeitige Regelung den Angehörigen später schwierige Entscheidungen ersparen. Besonders deutlich wird das bei Fragen, über die innerhalb einer Familie möglicherweise nie gesprochen wurde: Soll eine Einäscherung stattfinden? Wo soll die Beisetzung erfolgen? Welche Form der Trauerfeier hätte sich der Verstorbene gewünscht?

Walter Haas Bestattungen bietet hierfür persönliche Vorsorgegespräche an. Dabei werden Vorstellungen zur Bestattungsart, zur Grabstätte und zur Gestaltung der Feierlichkeiten besprochen und in einer Vorsorgevereinbarung festgehalten.

Auch die finanziellen Aspekte gehören dazu. Das Unternehmen informiert über Möglichkeiten wie eine treuhänderische Absicherung über die Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG oder den Abschluss einer Sterbegeldversicherung. Welche Lösung geeignet ist, muss im Einzelfall geprüft werden.

Eine solche Vorsorge kann besonders für Alleinstehende sinnvoll sein oder für Menschen, deren Angehörige weiter entfernt wohnen. Sie schafft eine schriftliche Grundlage für spätere Entscheidungen und gibt Hinterbliebenen Orientierung.

Zwischen gewachsener Tradition und neuen Formen des Gedenkens

Dass sich die Bestattungskultur verändert, zeigt sich inzwischen auch nach der eigentlichen Beisetzung. Erinnerungen werden zunehmend digital geteilt, vor allem dann, wenn Familie und Freundeskreis über verschiedene Orte verteilt leben.

Walter Haas hat dafür ein eigenes Gedenkportal eingerichtet. Dort können Angehörige kostenfrei Erinnerungsseiten anlegen, Bilder und persönliche Texte veröffentlichen oder virtuelle Kerzen entzünden. Auch Menschen, die an einer Trauerfeier nicht teilnehmen können, erhalten auf diesem Weg die Möglichkeit, ihre Anteilnahme auszudrücken.

Die Verbindung solcher Angebote mit traditionellen Bestattungsformen verdeutlicht die Entwicklung des Familienunternehmens. Die eigenen Räumlichkeiten, die regionale Zusammenarbeit und die jahrzehntelange Erfahrung bilden weiterhin die Grundlage seiner Arbeit. Gleichzeitig berücksichtigt der Betrieb veränderte Vorstellungen davon, wie Menschen Abschied nehmen und Erinnerungen bewahren möchten.

Walter Haas Bestattungen steht damit für eine Stuttgarter Unternehmensgeschichte, die eng mit der Entwicklung des regionalen Bestattungswesens verbunden ist. Der Weg von der Tischlerei zum Bestattungshaus mit eigener Feierhalle zeigt, wie sich ein traditionsreiches Handwerk über Generationen verändern kann, ohne seine familiären Wurzeln aufzugeben.

Bildquelle: https://www.walter-haas.de/standorte/

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