In den vergangenen Jahren hat die Suche nach stabilen Renditen viele Privatanleger zu alternativen Anlageklassen geführt. Besonders Kredite von Privat an Privat, das sogenannte P2P-Lending, gewannen an Beliebtheit. Ein Name taucht in diesem Zusammenhang immer wieder auf: der estnische Anbieter Bondora mit seinem Produkt Go & Grow.
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Der Experte Denny Neidhardt hat über einen langen Zeitraum hinweg fundierte Bondora Go and Grow Erfahrungen gesammelt und beleuchtet, was dieses Modell von klassischen Investitionen unterscheidet.
Das Konzept von Go & Grow bricht mit der traditionellen Art des P2P-Investierens. Während man früher mühsam einzelne Kredite auswählen musste, funktioniert dieses Modell wie eine Art automatisierter Geldtopf. Wer Kapital einzahlt, delegiert die Verteilung an einen Algorithmus. Dieser streut das Geld über tausende von Einzelkrediten in verschiedenen Ländern und Risikoklassen.
Das Ziel dieses Systems ist eine hohe Stabilität bei einer angestrebten Verzinsung von bis zu 6,75 % pro Jahr. Das Besondere dabei ist die tägliche Gutschrift der Zinsen. Man kann beobachten, wie das Guthaben stetig anwächst. Diese Einfachheit sorgt dafür, dass das Produkt auch für Menschen attraktiv ist, die sich nicht täglich mit den Details der Kreditmärkte beschäftigen möchten. Denny Neidhardt beschreibt das System als ein passives Werkzeug, das durch seine leichte Handhabung besticht.
Häufig wird Go & Grow als moderne Option für das Tagesgeld bezeichnet. Diese Einordnung ist jedoch mit Vorsicht zu genießen. Zwar bietet Bondora eine Liquidität an, die an ein Bankkonto erinnert, doch rechtlich und strukturell bestehen beträchtliche Unterschiede. Ein wesentlicher Punkt ist das Fehlen einer gesetzlichen Einlagensicherung. Wenn eine Bank zahlungsunfähig wird, schützt der Staat die Einlagen der Sparer bis zu einer gewissen Summe. Bei einem P2P-Anbieter wie Bondora existiert dieser Schutzwall nicht.
Das Risiko liegt hier primär im Ausfall der zugrunde liegenden Kredite. Wenn eine große Anzahl von Kreditnehmern ihre Raten nicht mehr zahlt, kann dies die Stabilität des gesamten Pools gefährden. Außerdem trägt man als Anleger das Plattformrisiko. Sollte das Unternehmen selbst in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, könnte der Zugriff auf das investierte Kapital erschwert werden. Man sollte sich also darüber im Klaren sein, dass die höhere Rendite im Vergleich zum Sparbuch durch ein höheres Profil beim Risiko erkauft wird.
Ein entscheidendes Merkmal von Go & Grow ist das Versprechen einer schnellen Verfügbarkeit. Normalerweise kann man sein Geld per Mausklick abheben, und es wird innerhalb weniger Tage auf das Referenzkonto überwiesen. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass diese Liquidität keine absolute Garantie darstellt. Während der wirtschaftlichen Verwerfungen im Frühjahr 2020 führte Bondora sogenannte Teilauszahlungen ein.
In dieser Phase konnten Anleger nicht ihre gesamte Summe auf einmal abheben, weil die Abhebungswünsche die verfügbaren Cashreserven der Plattform überstiegen. Das System funktionierte weiterhin, aber die Auszahlungen wurden über mehrere Tage oder Wochen gestreckt. Für Denny Neidhardt war dies ein wichtiger Testlauf für das Modell. Es zeigte sich, dass das System zwar unter Druck standhalten kann, man aber in extremen Marktsituationen Geduld aufbringen muss. Wer das Geld für die nächste Mietzahlung oder als Notgroschen für Reparaturen plant, könnte in solchen Momenten vor Problemen stehen.
Wegen der täglichen Zinsen und der meist schnellen Verfügbarkeit eignet sich das Produkt vor allem für Geld, das man kurz- bis mittelfristig parken möchte, ohne dabei auf Erträge zu verzichten. Es schließt die Lücke zwischen dem unverzinsten Girokonto und dem langfristigen, schwankungsanfälligen Aktienmarkt. Dennoch sollte man niemals sein gesamtes Erspartes in ein einziges P2P-Produkt stecken.
Eine kluge Aufteilung des Kapitals bleibt das A und O. Man kann Go & Grow als eine Beimischung betrachten, die den Durchschnittszins des liquiden Vermögens anhebt. Die Erfahrungen zeigen, dass Transparenz und eine realistische Erwartungshaltung bei dieser Form der Anlage wichtig sind. Wer versteht, dass die Rendite aus Konsumkrediten stammt und keine Bankgarantie im Rücken hat, findet hier ein Werkzeug vor, das durch seine Effizienz und den Zinseszinseffekt überzeugt. Man nutzt das Tool am besten dann, wenn man eine Balance zwischen Renditewunsch und dem Bedürfnis nach Flexibilität sucht.
FirmenBILD Redaktion
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