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Familie Reimann: Vermögen, Geschichte, JAB Holding & NS-Vergangenheit

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  • Vor 1 Tag veröffentlicht

Die Unternehmerfamilie Reimann gehört zu den mächtigsten und zugleich unsichtbarsten Dynastien Deutschlands. Kaum jemand kennt ihre Gesichter, doch fast jeder nutzt Produkte aus ihrem Imperium. Dieser Artikel beleuchtet die Firmengeschichte, die Erben, die Firmenbeteiligungen und die Nazi-Vergangenheit der Familie. Überblick: Wer ist die Familie Reimann und wie reich ist sie? Die Familie Reimann ist eine […]

Inhaltsverzeichnis

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Die Unternehmerfamilie Reimann gehört zu den mächtigsten und zugleich unsichtbarsten Dynastien Deutschlands. Kaum jemand kennt ihre Gesichter, doch fast jeder nutzt Produkte aus ihrem Imperium. Dieser Artikel beleuchtet die Firmengeschichte, die Erben, die Firmenbeteiligungen und die Nazi-Vergangenheit der Familie.

Überblick: Wer ist die Familie Reimann und wie reich ist sie?

Die Familie Reimann ist eine der reichsten Familien Deutschlands und Europas. Ihr Vermögen wird je nach Quelle und Stichtag auf rund 22 Milliarden Euro bis über 35 Milliarden Euro geschätzt. Im Ranking des Manager Magazins und bei Forbes taucht die Familie regelmäßig unter den Top 3 der vermögendsten deutschen Familien auf.

Dieses Geld liegt allerdings nicht auf Bankkonten. Das Vermögen steckt hauptsächlich in Unternehmensbeteiligungen, gebündelt über die JAB Holding Company mit Sitz in Luxemburg. Früher hielt die Familie auch eine bedeutende Beteiligung an Reckitt Benckiser, die inzwischen vollständig veräußert wurde.

Die Reimanns leben extrem zurückgezogen und meiden die Öffentlichkeit konsequent. Die Familie Reimann tritt anonym auf und gibt keine Interviews. Sie hat keine öffentlichen Auftritte oder Social-Media-Accounts. In den Medien erscheinen statt der Eigentümer ausschließlich angestellte Manager wie Peter Harf.

Wichtig gleich zu Beginn: Der TV-Auswanderer Konny Reimann, bekannt aus RTL-Formaten wie „Goodbye Deutschland“, steht in keiner familiären Verbindung zur Unternehmerfamilie. Die Namensgleichheit sorgt regelmäßig für Verwechslungen, doch die Familie Reimann hat keinen Bezug zur TV-Familie Reimann.

Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick:

Kategorie

Angaben

Geschätztes Vermögen

22, 35 Milliarden Euro

Zentrale Holding

JAB Holding Company (Luxemburg)

Hauptbeteiligungen

JDE Peet’s, Keurig Dr Pepper, Coty, Krispy Kreme

Wohnsitz der Erben

Österreich, Schweiz, Italien

Staatsbürgerschaft

Österreichisch (seit 2006), teils deutsch

Öffentliche Präsenz

Nahezu null

Ursprünge: Von Johann Adam Benckiser bis Albert Reimann

Die Geschichte der Familie beginnt im frühen 19. Jahrhundert. Was als kleine Chemiefabrik startete, wurde über Generationen zum Fundament eines Milliardenimperiums.

Die wichtigsten Stationen der Anfänge:

  • 1823: Johann Adam Benckiser gründete eine Chemiefabrik, eine sogenannte „Salmiakhütte“, in Pforzheim. Hergestellt wurden zunächst Weinsäure, Zitronensäure und Phosphate.

  • 1850er Jahre: Das Unternehmen verlegte seinen Sitz nach Ludwigshafen am Rhein und wuchs zum regionalen Chemieunternehmen heran.

  • Mitte 19. Jahrhundert: Karl Ludwig Reimann stieg in das Familienunternehmen ein. Durch Heirat in die Benckiser-Familie entstand die Verbindung zwischen den Namen Reimann und Benckiser, die bis heute nachwirkt.

  • Frühes 20. Jahrhundert: Albert Reimann senior übernahm die Leitung der Chemiefabrik und begann, das Geschäft in Richtung Markenartikel auszubauen.

  • Ab 1923: Albert Reimann junior führte das Unternehmen als Geschäftsführer und trieb die Entwicklung hin zu Konsumgütern wie Reinigungsmitteln und Pflegeprodukten voran.

Der Ursprung als bescheidene Chemiefabrik in der Pfalz mag unspektakulär klingen. Doch die Gründung legte den Grundstein für eine Unternehmensgeschichte, die fast 200 Jahre umspannen sollte.

Das Bild zeigt ein historisches Steinbauwerk einer Fabrik mit Schornsteinen in einer deutschen Stadt am Fluss, das die Atmosphäre der frühen Industriezeit widerspiegelt. Die Architektur und das Umfeld erinnern an die Anfänge der industriellen Entwicklung in Deutschland.KI unterstützt

Die Unternehmergeneration: Albert Reimann junior und der Aufstieg zum Milliardenkonzern

Albert Reimann junior, geboren 1898, übernahm bereits mit 25 Jahren die operative Leitung der Joh. A. Benckiser GmbH. Bis zu seinem Tod 1984 prägte er das Unternehmen wie kein anderer. Unter seiner Führung wandelte sich die Firma vom regionalen Chemieunternehmen zum internationalen Markenartikelhersteller.

Der Fokus lag auf Produkten im Bereich Haushalt, Körperpflege und Hygiene. Marken wie Calgon (Wasserenthärter), Calgonit (Geschirrspülmittel) und später Kukident etablierten sich in westdeutschen Haushalten und darüber hinaus. Diese strategische Ausrichtung auf Konsumgüter legte den Grundstein für den späteren Reichtum.

1992 übernahm die Benckiser-Gruppe Coty Inc. und stieg damit in den Bereich Kosmetikprodukte ein. 1999 fusionierte Joh. A. Benckiser schließlich mit Reckitt & Colman zum Konzern Reckitt Benckiser, ein Meilenstein, der signifikante Kapitalmittel in die Familienkassen spülte. Die Benckiser-Gruppe entwickelte sich zu einem Unternehmen mit über 100 Tochtergesellschaften weltweit.

Bemerkenswert: Trotz dieser Dimension blieb das Familienunternehmen bis in die 1980er Jahre weitgehend in Familienhand. Die Eigentümer sprachen nicht mit der Presse und traten nie öffentlich auf. Bereits Albert Reimann junior legte Wert auf absolute Diskretion, ein Prinzip, das seine Erben bis heute fortführen.

NS-Zeit: Verstrickungen von Albert Reimann senior und junior

Die NS-Zeit bildet das dunkelste Kapitel in der Geschichte der Familie Reimann. Die historische Aufarbeitung hat gezeigt, dass die Verstrickungen weit über passive Mitgliedschaft hinausgingen.

Albert Reimann senior und Albert Reimann junior unterstützten das NS-Regime aktiv. Beide waren überzeugte Nationalsozialisten und NSDAP-Anhänger. Schon vor der Machtübernahme 1933 galt das Unternehmen als nationalsozialistisch geprägt. In Schreiben an Behörden und SS-Funktionäre stellte Reimann junior die Firma sinngemäß als „rein arisch“ dar und betonte die ideologische Nähe zum Regime.

Im Betrieb wurden während des Zweiten Weltkriegs Zwangsarbeiter eingesetzt. Die Arbeitsbedingungen waren laut später ausgewerteten Dokumenten von Gewalt und Misshandlung geprägt. Das Unternehmen profitierte wirtschaftlich erheblich: günstige Arbeitskräfte, staatliche Aufträge und die Einbindung in die Kriegswirtschaft sicherten Wachstum in einer Zeit, in der Millionen Menschen litten.

Behördenakten nach 1945 bezeichneten Albert Reimann senior als „große Stütze der Partei“. Auch Familienangehörige wie sein Schwager Hans Dubbers, ein SS-Unterscharführer, waren in NS-Strukturen eingebunden.

Die Familie begann ihre dunkle Rolle während der NS-Zeit erst Jahrzehnte später aufzuarbeiten. Dieser Prozess wird in einem späteren Kapitel dieses Artikels ausführlicher dargestellt.

Testament, Erbfall 1984 und der geheime Familienkodex

Als Albert Reimann junior 1984 starb, wurde das Ausmaß des Familienvermögens erstmals sichtbar, zumindest im engsten Kreis. Plötzlich standen neun Erben, darunter leibliche und adoptierte Kinder, vor einem Milliardenerbe.

Jeder der neun Erben erhielt einen Erbanteil von rund 11,1 % an der Joh. A. Benckiser GmbH. Doch das Geld kam mit Bedingungen. Im Testament war ein strikter Verhaltenskodex verankert, der die Erben zu absolutem Schweigen verpflichtete.

Die zentralen Regeln des Familienkodex:

  • Keine Interviews mit Medien

  • Keine Fotos oder Videos in der Öffentlichkeit

  • Kein Auftreten unter eigenem Namen in geschäftlichen Zusammenhängen

  • Maximale Zurückhaltung bei allen Themen, die das Unternehmen betreffen

  • Familienmitglieder unterzeichnen diesen Verhaltenskodex zur Anonymität mit Erreichen des 18. Lebensjahres

Wer den Kodex nicht unterschrieb, riskierte den Zugang zu seinen Anteilen. Das Ergebnis: eine „Familie ohne Gesicht“, wie deutsche Medien sie tauften. Konzernformalitäten der JAB Holding werden im Wesentlichen von professionellen Managern geleitet, allen voran Peter Harf, der seit den 1980er Jahren als Chef und Frontmann agiert.

Die Erben wurden über Nacht zu Milliardären, doch ihr Leben in der Öffentlichkeit blieb praktisch unsichtbar. Kein Bild, kein Link zu Social Media, keine Anfrage, die beantwortet wird.

Die vier Haupterben heute: Renate, Wolfgang, Stefan & Matthias Reimann

Heute bilden vier Personen den Kern der Unternehmerfamilie Reimann und kontrollieren gemeinsam rund 90 Prozent der JAB Holding.

Renate Reimann-Haas (geboren 1951) ist promovierte Chemikerin und arbeitete früher am Max-Planck-Institut. Seit 1984 ist sie Gesellschafterin. Sie nahm 2006 die österreichische Staatsbürgerschaft an.

Wolfgang Reimann (geboren 1952) ist ebenfalls promovierter Chemiker. Er hält als Gesellschafter einen erheblichen Anteil, bekleidet aber keine operative Rolle. Sein individuelles Vermögen wurde von Forbes 2022 auf rund 5,8 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Stefan Reimann-Andersen (geboren 1963, adoptiert 1967) war zeitweilig Geschäftsführer der Helmut Kügel GmbH und ist Mitglied im Gesellschafterausschuss der Holding. Er gehört zu den Erben, die nach der Auszahlung anderer Geschwister ihren Anteil behielten.

Matthias Reimann-Andersen (geboren 1965, adoptiert 1967) ist ebenfalls Mitglied des Gesellschafterausschusses und gilt als enger Vertrauter von Peter Harf. Er war Mitgründer der Benckiser Stiftung Zukunft.

Die Familie hat prominente Mitglieder wie Renate Reimann-Haas, Wolfgang Reimann, Stefan und Matthias Reimann-Andersen, doch keines von ihnen tritt öffentlich in Erscheinung. Alle vier sprachen nie mit Journalisten.

Fünf weitere Geschwister ließen sich in den 1990er Jahren ihre Anteile auszahlen. Ihr Vermögen wird seitdem unter anderem über das Family Office Reimann Investors verwaltet.

Das Bild zeigt ein modernes Bürogebäude aus Glas in Wien, das von einer professionellen Unternehmensatmosphäre geprägt ist. Vor dem Gebäude weht die österreichische Flagge, während die Architektur durch klare Linien und große Fenster besticht, die einen Einblick in die Arbeitswelt der Unternehmerfamilie Reimann ermöglichen.KI unterstützt

JAB Holding & A. Benckiser: Struktur, Beteiligungen und Strategie

Die JAB Holding Company ist die Hauptvertretung der Familie Reimann in der Geschäftswelt. Die JAB Holding Company wurde 2012 in Luxemburg gegründet und bündelt das Vermögen der Familie. Der Name „JAB“ steht für Joh. A. Benckiser, eine Referenz an die historischen Wurzeln der Firma.

Die Eigentümerstruktur ist komplex: Die Familie hält über die JAB Holding rund 90 Prozent der Anteile, organisiert über Gesellschaften wie Agnaten SE und Lucresca SE mit Sitz am Rooseveltplatz 4 in Wien. Minderheitsanteile liegen bei Seniorpartnern wie Peter Harf, Bart Becht und Olivier Goudet.

Die wichtigsten Beteiligungen der JAB Holding:

Bereich

Marken und Unternehmen

Kaffee & Getränke

JDE Peet’s (Jacobs, Senseo, Tassimo), Keurig Dr Pepper, Caribou Coffee

Gastronomie

Panera Bread, Pret A Manger, Krispy Kreme

Kosmetik

Coty

Tiermedizin

Compassion-First Pet Hospitals, Independence Pet Holdings

JAB Holding investiert in Kosmetik, Kaffee und Gastronomie, und kontrolliert damit Anteile an weltbekannten Marken. Die Familie hält über die JAB Holding Anteile, die ein geschätztes Vermögen von 22 Milliarden Euro repräsentieren. JAB Holding bündelt das Vermögen der Familie und konzentriert sich auf gezielte Zukäufe.

Das Geschäftsmodell lässt sich als „buy, build, merge, list“ zusammenfassen: Unternehmen werden identifiziert, übernommen, integriert und bei passender Gelegenheit an die Börse gebracht oder mit Gewinn verkauft.

Auf einem rustikalen Holztisch in einem modernen Café stehen dampfende Kaffeetassen neben einer Auswahl an frischen Gebäckstücken. Die gemütliche Atmosphäre lädt zum Verweilen ein und erinnert an die Traditionen der Unternehmerfamilie Reimann.KI unterstützt

Luxemburg, Wien & Steuern: Sitz, Staatsbürgerschaft und Lux-Leaks

Die internationale Struktur der JAB Holding wirft regelmäßig Fragen auf. Die JAB Holding ist in Luxemburg ansässig, zentrale Holdinggesellschaften haben ihren Sitz am Rooseveltplatz 4, 5, 1090 Wien.

Die Reimanns besitzen seit 2006 die österreichische Staatsbürgerschaft, ein Schritt, den Medien häufig mit steuerlichen Gründen in Verbindung bringen. Die vier Geschwister gaben dabei teils ihre deutsche Staatsbürgerschaft auf und leben heute verstreut in Österreich, der Schweiz und Italien.

Im Rahmen der Lux-Leaks 2014 wurde bekannt, wie multinationale Familien und Konzerne Luxemburger Steuermodelle nutzen. Laut Recherchen lagen effektive Steuerquoten der JAB-Strukturen teils unter 0,5 %. Die Argumentation von JAB: Alle Konstruktionen seien gesetzeskonform, Gewinne würden in den operativen Ländern versteuert, Dividenden stammten aus bereits versteuertem Kapital.

Kritiker wie das Netzwerk Steuergerechtigkeit sprechen von „verworrenen Eigentümerstrukturen“ und systematischer Steuervermeidung. Die Daten und Angaben bleiben aufgrund der Verschwiegenheit der Holding schwer überprüfbar.

Family Office Reimann Investors & weitere Vermögensstrukturen

Ein Family Office ist eine private Vermögensverwaltung für wohlhabende Familien. Das Family Office Reimann Investors betreut insbesondere das Vermögen jener Erben, die sich in den 1990er Jahren ihre Anteile an der Joh. A. Benckiser auszahlen ließen und nicht mehr direkt an der JAB Holding beteiligt sind.

Typische Investmentfelder umfassen Beteiligungen an mittelständischen Unternehmen, Immobilien und diversifizierte Finanzanlagen. Viele dieser Vermögenswerte sind nicht öffentlich dokumentiert.

Durch diese zweite Ebene des Familienvermögens, neben der Kern-Holding JAB, kann das Gesamtvermögen der erweiterten Familie in Richtung 30 Milliarden Euro oder mehr geschoben werden. Konservative Schätzungen bleiben bei 22 Milliarden Euro, inklusive aller Zweige sind Werte deutlich darüber plausibel.

Aufarbeitung der Vergangenheit & Stiftungen der Familie

In den 2000er Jahren stießen Nachkommen auf Dokumente, die das Ausmaß der NS-Verstrickungen ihrer Vorfahren offenlegten. Die Familie beauftragte 2016 den Wirtschaftshistoriker Paul Erker von der LMU München mit einer umfassenden Untersuchung der Unternehmens- und Familiengeschichte im Nationalsozialismus.

Die Ergebnisse der Untersuchung schockierten die Erben. Erkers Recherchen bestätigten: aktive Unterstützung des Regimes, systematischer Einsatz von Zwangsarbeit und ideologische Nähe zur NSDAP durch Albert Reimann senior und Reimann junior.

Die heutigen Erben reagierten mit einem öffentlichen Eingeständnis der Schuld der Vorgängergeneration und kündigten finanzielle Wiedergutmachungsmaßnahmen an. Die frühere „Benckiser Stiftung Zukunft“ wurde in die Alfred Landecker Foundation umgewandelt. Ihr Ziel: Bildungsprojekte zur Stärkung von Demokratie, Erinnerungskultur und Bekämpfung von Antisemitismus.

Die Familie gründete eine Stiftung gegen Antisemitismus mit 250 Millionen Euro Kapitalausstattung. Zusätzlich fließen jährliche Mittel in Projekte gegen Rassismus und Populismus. Der Name „Landecker“ verweist auf Emilie Landecker, die Frau, mit der Albert Reimann junior eine außereheliche Beziehung führte und die als Halbjüdin in der NS-Zeit gefährdet war.

Das Bild zeigt ein feierliches Denkmal mit Kerzen und Blumen vor einer steinernen Wand, das eine nachdenkliche Atmosphäre der Erinnerung vermittelt. Die Szene strahlt Ruhe aus und erinnert an die Geschichte der Unternehmerfamilie Reimann und ihre Verbindung zur NS-Zeit.KI unterstützt

Vermögen der Familie Reimann: Milliardäre im Schatten

Das Vermögen der Familie Reimann wird auf rund 22 Milliarden Euro geschätzt, konservativ betrachtet. Andere Schätzungen gehen von über 30 Milliarden Euro aus, wenn alle Vermögenszweige einschließlich der ausgezahlten Erben berücksichtigt werden.

Diese Zahlen basieren auf:

  • Beteiligungsquoten an der JAB Holding

  • Börsenbewertungen von Portfoliounternehmen wie Coty, Keurig Dr Pepper und JDE Peet’s

  • Kaufpreisen zurückliegender Deals (z. B. Reckitt-Verkäufe)

  • Geschätzten Werten nicht-börsennotierter Anteile

Die Familie hat durch die Fusion von Reckitt & Colman zu Reckitt signifikante Kapitalmittel gewonnen, die in den Aufbau der JAB Holding flossen. Im deutschen Milliardärsranking bewegt sich die Familie Reimann konstant in der Mitte der Top 5, auf Augenhöhe mit den Familien Schwarz, Quandt und Albrecht.

Keines der Familienmitglieder bekleidet eine operative Führungsposition. Das Einkommen stammt primär aus Dividenden und Wertsteigerungen, nicht aus Gehältern.

Eine vereinfachte Modellrechnung verdeutlicht die Dimension: Bei einem angenommenen Vermögen von 22 Milliarden Euro und einer Rendite von 5, 7 % pro Jahr ergeben sich jährliche Erträge von 1,1 bis 1,5 Milliarden Euro. Heruntergebrochen bedeutet das: Die Reimanns verdienen schätzungsweise 49 Euro pro Sekunde. Wohlgemerkt eine Modellrechnung, aber eine, die den Reichtum dieser Familie greifbar macht.

Abgrenzung: Konny Reimann ist nicht Teil der Unternehmerfamilie

Ist Konny Reimann mit der Unternehmerfamilie verwandt?

Nein. Konny Reimann, der Kult-Auswanderer aus dem deutschen Fernsehen, hat keinerlei familiäre oder geschäftliche Verbindung zur Unternehmerfamilie Reimann. Der gelernte Handwerker aus Hamburg wanderte 2004 mit seiner Frau Manu in die USA aus und wurde durch RTL-Formate wie „Goodbye Deutschland“ und „Willkommen bei den Reimanns“ bekannt, gerne mit Cowboyhut und handfesten Bauprojekten wie „Konny Island“ auf Hawaii.

Die Namensgleichheit führt regelmäßig zu Verwechslungen, doch zwischen dem TV-Leben auf Hawaii und den Milliarden der JAB Holding liegen Welten. Weder Konny noch seine Kinder haben irgendeinen Anteil an den Beteiligungen der Unternehmerfamilie.


Die Familie Reimann zeigt wie kaum eine andere deutsche Dynastie, wie Reichtum, Geschichte und Verantwortung über Generationen ineinandergreifen. Von der Chemiefabrik in Pforzheim über die dunkelsten Kapitel der NS-Zeit bis zu einem globalen Beteiligungsimperium mit Milliarden Euro Vermögenswerte, die Firmengeschichte der Reimanns ist ein Spiegel deutscher Wirtschafts- und Zeitgeschichte. Die Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit und die Stiftungsarbeit der heutigen Erben zeigen, dass aus Diskretion nicht Gleichgültigkeit werden muss.

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