Egal, ob Neubau, Sanierung oder größere Erschließungsmaßnahme: wer ein Bauprojekt plant, benötigt zur Vorbereitung jeder weiteren Entscheidung zuverlässige Geländedaten. Klassische Vermessungsverfahren liefern solche Daten zuverlässig, bei großflächigen oder schwer zugänglichen Arealen stoßen sie allerdings an ihre Grenzen. Hier schließt die Drohnenvermessung die Lücke. Das Verfahren verbindet moderne Sensorik mit automatisierten Flugrouten und liefert innerhalb kurzer Zeit hochaufgelöste, dreidimensionale Geländemodelle.
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Drohnenvermessung ist die Erfassung von Geländedaten mittels unbemannter Fluggeräte, die mit hochauflösenden Kameras oder Laserscannern ausgestattet sind. Während die klassische, rein terrestrische Vermessung mit Tachymeter oder GPS-Rover die Fläche von der Erde aus erfasst, wird beim Vermessen mit Drohnen die Fläche aus der Luft aufgezeichnet. Dadurch lassen sich auch große oder schwer zugängliche Areale in kurzer Zeit dokumentieren.
Wer sich für die professionelle Drohnenvermessung entscheidet, profitiert in der Regel von zwei wesentlichen Messverfahren. Beim ersten Verfahren, der Drohnen-Photogrammetrie, fliegt die Drohne in einem festgelegten Raster über das Zielgebiet und erstellt dabei Hunderte oder sogar Tausende von überlappenden Fotos. Eine spezielle Software wandelt diese Bilder dann in eine dreidimensionale Punktwolke um, die zur Erstellung eines 3D-Geländemodells verwendet wird. Beim zweiten Verfahren, dem LiDAR-Laserscanning, bestimmt die Drohne die Entfernung zur Oberfläche mithilfe von Laserimpulsen. Diese Methode ist besonders effektiv in bewachsenen oder dicht bewaldeten Gebieten, da die Laserpulse teilweise durch die Vegetation dringen und somit die echte Geländeoberfläche erfassen können.
Im Vergleich zur herkömmlichen Vermessung bietet diese Technologie zahlreiche praktische Vorteile. Während ein Team für terrestrische Vermessungen oft mehrere Tage benötigt, um ein Vergleichsareal von mehreren Hektar zu vermessen, kann die Luftaufnahme in der Regel in nur wenigen Stunden durchgeführt werden. Zudem erzeugt die digitale Bestandsaufnahme eine erheblich höhere Punktdichte, abhängig von der Flughöhe und der verwendeten Sensorik, oft mehrere Hundert bis Tausend Messpunkte pro Quadratmeter. Für Bauträger und Projektentwickler bedeutet dies eine verlässlichere Grundlage für die Planung, gepaart mit niedrigeren Personal- und Zeitaufwänden. Zudem können die erfassten Daten direkt in alle gängigen CAD- und GIS-Programme eingelesen werden.
Architekturbüros sparen sich somit das mühselige Übertragen von Messpunkten und können das Geländemodell sofort als Planungsgrundlage für Entwurf, Erschließung oder Statik weiterverwenden. Für wiederkehrende Vermessungsaufgaben, wie beispielsweise zur Kontrolle von Setzungen oder zur Fortschreibung eines Bestandsmodells, können frühere Befliegungen zudem als Vergleichsbasis herangezogen werden.
In der Bau- und Immobilienwirtschaft findet die Vermessung mit Drohne in mehreren typischen Szenarien Anwendung.
Bei der topografischen Geländeaufnahme wird ein digitales Höhenmodell des gesamten Baugrundstücks erstellt. Architekten und Planer nutzen es, um Hanglagen, Geländesprünge oder Entwässerungsverläufe rechtzeitig in den Entwurf einfließen zu lassen. Dies ist besonders in topographisch problematischen Regionen wie dem Talkessel von Stuttgart oder den Hügellagen des Schwäbischen Waldes von Bedeutung.
Ein zweites wichtiges Anwendungsfeld ist die Dokumentation des Baufortschritts. Durch regelmäßige, häufig wöchentliche Befliegungen können Großbaustellen umfassend dokumentiert werden. Bauleiter erhalten auf diese Weise einen aktuellen Überblick über den Fortschritt der Erdarbeiten, Rohbauarbeiten und Erschließungsmaßnahmen, ohne persönlich vor Ort sein zu müssen.
Auch die Ermittlung von Materialmengen sowie die Berechnung von Kubaturen profitieren von dieser Technologie. In Kieswerken, auf Erdaushubflächen oder bei der Lagerung von Schüttgütern lässt sich das Volumen von Materialhaufen mithilfe der erfassten Punktwolke in kurzer Zeit ermitteln. Diese Aufgaben wären in der herkömmlichen Vorgehensweise wesentlich aufwendiger und fehleranfälliger.
Zudem ermöglicht die Vermessung mit Drohnen eine sichere Erfassung von Fassaden und Dächern. Schlecht zugängliche oder hochgelegene Gebäudeteile, wie zum Beispiel Steildächer, Türme oder die Fassaden mehrgeschossiger Häuser, können ohne den Einsatz von Gerüsten oder Hubsteigern dokumentiert werden. Für Sanierungsprojekte an Bestandsgebäuden, ein aktuelles Thema in vielen Altbauvierteln in Baden-Württemberg, ist dies eine wertvolle Basis für die Ausschreibung.
Wer eine Drohnenvermessung plant, sollte sich über einige rechtliche und technische Rahmenbedingungen informieren. In Deutschland ist die Luftverkehrsordnung maßgeblich. Sie regelt unter anderem Flughöhen, Mindestabstände zu Personen und Flugverbotsgebiete. In Ballungsräumen wie dem Stuttgarter Stadtgebiet oder auch in der Nähe von Flughäfen und Helikopterlandeplätzen ist in der Regel vor dem bevorstehenden Flug eine gesonderte Aufstiegserlaubnis bei der zuständigen Luftfahrtbehörde einzuholen.
Die Witterung spielt natürlich ebenfalls eine Rolle. Starker Wind, Regen oder Nebel können eine Befliegung ausschließen oder die Datenqualität mindern, da Kamerasensoren bei ungünstigen Lichtverhältnissen weniger exakte Bilder liefern. Aus Erfahrung wird daher im Bauzeitenplan meist mit Pufferzeiten kalkuliert.
Ein typisches Projekt zur Drohnenvermessung gliedert sich grob in vier Phasen.
In der Projektvorbereitung wird zunächst der Luftraum über dem späteren Zielgebiet gecheckt und bei Bedarf eine Aufstiegserlaubnis eingeholt. Gleichzeitig legen Vermessungsdienstleister und Auftraggeber die gewünschte Genauigkeit und den Umfang der Datenlieferung fest.
Bei der Befliegung vor Ort werden zunächst einige Bodenpasspunkte im Gelände verteilt und exakt eingemessen. Anschließend fliegt die Drohne automatisiert auf einem vorprogrammierten Raster und nimmt dabei systematisch Bilder oder Laserdaten auf.
In der anschließenden Datenverarbeitung, dem Post-Processing, werden die erfassten Rohdaten zu einer dreidimensionalen Punktwolke verrechnet. Aus dieser Punktwolke wird das finale 3D-Geländemodell berechnet, das je nach Anforderung weiter zu Höhenlinien, Orthofotos oder digitalen Geländemodellen aufbereitet wird.
Den Abschluss bildet die Datenübergabe. Die fertigen Ergebnisse werden in gängigen CAD- oder GIS-Formaten bereitgestellt, so dass Architekten und Planungsbüros sie direkt in ihre bestehenden Projektunterlagen einarbeiten können. Für Bauträger und private Bauherren, die schnell belastbare Planungsgrundlagen benötigen, stellt dieser Ablauf eine verlässliche Alternative zur klassischen Geländeaufnahme dar, insbesondere bei Projekten mit engmaschiger Zeitplanung oder komplizierter Topografie.
FirmenBILD Redaktion
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