Wer als Unternehmen regelmäßig Werbegeschenke einsetzt, steht irgendwann vor einer grundsätzlichen Entscheidung. Setzt man weiterhin auf bewährte konventionelle Streuartikel, oder wählt man gezielt nachhaltige Alternativen? Die Antwort hängt von deutlich mehr ab als nur dem Stückpreis.
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Der Markt für Werbemittel hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Immer mehr Geschäftskunden achten darauf, ob ein Werbegeschenk zur eigenen Nachhaltigkeitsstrategie passt. Gleichzeitig gibt es nach wie vor Einsatzbereiche, in denen ein klassischer Streuartikel aus Kunststoff seinen Zweck durchaus erfüllt.
Wer sich für ökologische & nachhaltige Werbemittel interessiert, findet inzwischen ein breites Sortiment von recycelten Notizbüchern über Bambus-Kugelschreiber bis hin zu Samenpapier mit Logodruck. Doch auch konventionelle Produkte haben ihre Daseinsberechtigung. Dieser Vergleich zeigt, wo die tatsächlichen Unterschiede liegen.
Der Preis ist oft das erste Argument gegen nachhaltige Werbeartikel. Tatsächlich liegt der Stückpreis bei recycelten oder fair gehandelten Produkten häufig etwas höher als bei konventionellen Massenartikeln. Ein bedruckter Kugelschreiber aus Bambus kostet in der Regel mehr als sein Pendant aus Kunststoff.
Dieser Unterschied relativiert sich bei genauerer Betrachtung allerdings schnell. Nachhaltige Artikel wie wiederverwendbare Trinkflaschen oder Notizbücher aus Recyclingmaterial werden von Empfängern erfahrungsgemäß deutlich länger behalten. Die Marke bleibt dadurch länger sichtbar, und der effektive Kontaktpreis pro Impression sinkt.
Konventionelle Streuartikel eignen sich dagegen gut für große Stückzahlen bei Messen oder Events mit hohem Besucheraufkommen. Die Kosten pro Einheit bleiben dort niedrig. Die Wegwerfquote ist allerdings entsprechend hoch, was den tatsächlichen Werbewert schmälert.
Ein Werbegeschenk transportiert immer eine Botschaft über das Unternehmen, das es verteilt. Konventionelle Artikel wie Plastikkugelschreiber oder günstige Schlüsselanhänger sind funktional, vermitteln aber selten Wertigkeit. Sie landen nicht selten unbeachtet in einer Schublade oder direkt im Müll.
Ökologische und nachhaltige Werbegeschenke senden ein anderes Signal. Ein Notizbuch aus recyceltem Material oder eine Trinkflasche aus nachwachsenden Rohstoffen zeigt, dass ein Unternehmen seine Werte auch im Detail lebt. Gerade für Firmen mit einer dokumentierten CSR-Strategie ist das ein relevanter Berührungspunkt mit Kunden und Geschäftspartnern.
Ehrlich betrachtet gibt es aber auch eine Kehrseite. Wer nachhaltige Werbegeschenke verteilt, ohne intern entsprechend zu handeln, riskiert den Vorwurf des Greenwashings. Die Glaubwürdigkeit muss von der gesamten Unternehmenskommunikation getragen werden, nicht nur vom Kugelschreiber auf dem Messestand.
Bei konventionellen Werbeartikeln ist die Auswahl enorm. Von USB-Sticks über Feuerzeuge bis hin zu bedruckten Tassen gibt es praktisch alles in jeder Preisklasse und Farbe. Die Lieferzeiten sind kurz, und nahezu jeder Anbieter ermöglicht individuelle Logodrucke ohne hohe Mindestbestellmengen.
Das Angebot an umweltfreundlichen Alternativen hat in den vergangenen Jahren allerdings deutlich aufgeholt. Spezialisierte Anbieter wie Greengiving.de führen inzwischen mehrere hundert Produkte, von Kork-Artikeln über Upcycling-Gläser bis hin zu solarbetriebenen Gadgets. Eine digitale Druckvorschau ermöglicht es, das Ergebnis vorab zu beurteilen, bevor eine Bestellung aufgegeben wird.
Ein möglicher Nachteil nachhaltiger Produkte betrifft die Farbgebung. Bei Naturmaterialien wie Bambus oder Kork ist die Farbpalette naturgemäß eingeschränkter als bei Kunststoff. Unternehmen, die auf eine exakte CI-Farbe angewiesen sind, müssen bei der Produktwahl genauer hinschauen.
Konventionelle Werbeartikel werden häufig in großen Stückzahlen in Asien produziert. Die Lieferketten sind eingespielt und effizient, aber oft wenig transparent. Für Unternehmen, die Wert auf Lieferketten-Compliance legen, kann das zunehmend zum Problem werden.
Nachhaltige Werbemittel setzen häufiger auf zertifizierte Materialien wie Fair-Trade-Baumwolle oder FSC-zertifiziertes Papier, was die Herkunft nachvollziehbarer macht. Seit dem Inkrafttreten der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) im Jahr 2023 steigen die Anforderungen an die Dokumentation. Das macht eine nachhaltige Beschaffung für viele Unternehmen ohnehin relevanter als noch vor wenigen Jahren.
Konventionelle Anbieter reagieren darauf teilweise mit eigenen Nachhaltigkeitslinien innerhalb ihres Sortiments. Die Grenzen zwischen beiden Welten verschwimmen also zunehmend, was die Entscheidung nicht unbedingt einfacher macht.
Die Wahl zwischen konventionellen und ökologischen Werbegeschenken ist keine rein moralische Frage. Sie hängt vom konkreten Einsatzzweck, der Zielgruppe und der eigenen Markenpositionierung ab. Ein Unternehmen, das sich über Nachhaltigkeit differenziert, trifft mit einem Bambus-Stift eine andere Aussage als ein Messeaussteller, der mehrere tausend Give-aways pro Tag verteilt.
Für Marketing- und CSR-Verantwortliche lohnt sich ein differenzierter Blick auf den jeweiligen Anlass. In vielen Fällen ist eine Mischstrategie sinnvoll: nachhaltige und umweltfreundliche Werbegeschenke für hochwertige Kundenkontakte und Geschäftspartner, konventionelle Artikel dort, wo vor allem Reichweite zählt. Entscheidend bleibt, dass die Wahl bewusst getroffen wird und zur Gesamtkommunikation des Unternehmens passt.
FirmenBILD Redaktion
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